Ende der 80er Jahre entstand in einer New Yorker Bar ein rosa Cocktail, der im darauffolgenden Jahrzehnt selbst Cocktail-Ikonen wie Mojito und Margarita in Sachen Beliebtheit Konkurrenz machte. Der Cosmopolitan wurde zum Symbol des urbanen Lebens, weiblichen Selbstbewusstseins und sonntäglicher Brunches – und am 7. Mai feiert er verdientermaßen seinen eigenen Ehrentag. Was steckt eigentlich hinter dem rosa Klassiker und wie lässt er sich zu Hause so zubereiten, dass er genauso schmeckt wie in einer Bar irgendwo auf Manhattan? Auf geht's.
Die Geschichte des Cosmopolitan gleicht einem kleinen Krimi. Um die Urheberschaft kämpfen nämlich gleich mehrere Barkeeper. Cheryl Cook aus der Bar The Strand in Florida soll bereits Ende der 80er Jahre einen Cocktail mit Wodka, Triple Sec, Cranberrysaft und einem Spritzer Limette gemixt haben. Fast zur selben Zeit experimentierte im New Yorker Lokal The Odeon der Barkeeper Toby Cecchini mit einem ähnlichen Rezept – und genau seine Version hat sich, mit kleinen Anpassungen, bis heute durchgesetzt.
Den eigentlichen weltweiten Ruhm verschaffte dem Cosmopolitan jedoch ein anderer Mann: der legendäre New Yorker Barkeeper Dale DeGroff aus der Rainbow Room Bar. Er garnierte den Cocktail mit einer flambierten Orangenschale und machte aus einer lokalen Spezialität einen Drink, der in jede Luxushotelbar passt. Als ihn Madonna 1996 auf der Grammy-Aftershow-Party bestellte, war der Erfolg besiegelt. Das endgültige Denkmal setzte dem Cosmopolitan dann die Serie Sex and the City, in der die Protagonistinnen ihn praktisch in jeder zweiten Bar bestellten. Der globale Hype um den rosa Cocktail konnte beginnen.
Worin liegt aber eigentlich der Zauber, der ihn über Nacht zum meistbestellten Drink der Welt machte? In Eleganz und Einfachheit. Fünf Zutaten, ein Shaker, ein Martiniglas – und ein Ergebnis, das aussieht wie aus einem Mode-Editorial. Die rosa Farbe, der elegante Servierstil und die erfrischende Säure machen den Cosmopolitan zu einem hervorragenden Aperitif und gleichzeitig zum perfekten Drink für den späten Nachmittag. Im Gegensatz zu anderen Cocktails setzt er dabei nicht auf Süße oder Stärke, sondern auf das ausgewogene Zusammenspiel aus saurer Limette, süßen Cranberrys und zitrischem Cointreau.

Genug Theorie – ab in den Shaker. Die Zutaten bekommen Sie im Supermarkt oder in jeder gut sortierten Bar:
Stellen Sie zunächst Ihr Martiniglas gut kalt. Es reicht, es vorab ins Gefrierfach zu legen oder mit Eis und Wasser zu füllen. Geben Sie alle flüssigen Zutaten in den Shaker und füllen Sie ihn großzügig mit Eis auf. Schütteln Sie ihn etwa 15 Sekunden kräftig durch, bis sich der Shaker außen mit Kondenswasser beschlägt. Anschließend in das vorbereitete Glas absieben, mit Orangenschale oder einer Limettenscheibe garnieren und servieren.
Tipp für die Mutigeren: Die Orangenschale können Sie über dem Glas kurz flambieren. So setzen Sie die ätherischen Öle frei, die dem Cocktail eine zusätzliche aromatische Dimension verleihen. Genau so, wie es Dale DeGroff einst in der Rainbow Room praktizierte.
Auch ein so einfacher Cocktail verdient ein wenig Sorgfalt. Wenn Ihr Cosmopolitan wirklich wie aus der Profibar schmecken soll, halten Sie sich an ein paar einfache Regeln:
Wie jeder Klassiker hat auch der Cosmopolitan seine modernen Abwandlungen. Wenn Sie die klassische Variante bereits kennen, probieren Sie zum Beispiel den White Cosmo, bei dem der Cranberrysaft durch weißen Cranberry- oder weißen Traubensaft ersetzt wird. Die sommerliche Variante ist der Watermelon Cosmo mit einem Stück zerdrückter Wassermelone, die herbstliche Abwandlung dann der Pomegranate Cosmo mit Granatapfel. Für einen alkoholfreien Abend können Sie sich einen Virgin Cosmo zubereiten, bei dem Sie Wodka und Cointreau einfach weglassen und nur etwas Soda hinzufügen. Wenn Sie sich für die heutige Welt der alkoholfreien Drinks interessieren: Auf dem Markt gibt es bereits hochwertige alkoholfreie Alternativen zu Wodka und Triple Sec, mit denen Sie den Virgin Cosmo in einer noch authentischeren Version genießen können.
Na, planen Sie am 7. Mai zu Ehren von Carrie Bradshaw den Shaker zu schwingen?