Amaretto hat seinen eigenen Tag im Kalender, und wenn Sie ihm bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben, ist heute der richtige Moment, das zu ändern. Jedes Jahr am 19. April feiern Fans auf der ganzen Welt den National Amaretto Day – und stoßen auf einen Likör an, dessen Mandelduft und wohlige Süße einfach unverwechselbar sind.
Hinter dem Namen Amaretto (vom italienischen amaro – bitter, -etto – „ein bisschen") verbirgt sich ein süßer italienischer Likör mit ausgeprägtem Mandelduft und -geschmack. Der Name ist kein Zufall: Unter der Süße verbirgt sich ein leichter Hauch von Bitterkeit, der ihm seinen charakteristischen Kontrast verleiht. Und das typische Mandelaroma? Es stammt oft gar nicht von Mandeln selbst, sondern von Aprikosen- oder Pfirsichkernen, die ähnliche Aromastoffe enthalten. Viele Hersteller kombinieren jedoch beides, und das Ergebnis ist das unverwechselbare Profil, das Amaretto weltweit bekannt gemacht hat.
Der Alkoholgehalt liegt je nach Hersteller üblicherweise zwischen 18 und 28 %. Amaretto ist ein Likör, den man in Ruhe und mit Genuss trinken sollte.

Der bekannteste Amaretto der Welt, Disaronno, stammt aus dem italienischen Saronno, und seine Entstehung rankt sich um eine Legende, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Einer Überlieferung zufolge schenkte eine einheimische Witwe dem Maler Bernardino Luini, einem Mitarbeiter Leonardo da Vincis, eine kleine Flasche selbst gemachten Likörs als Dankeschön dafür, dass er sie auf einem Fresko verewigt hatte. Luini soll so begeistert gewesen sein, dass das Rezept weitergegeben wurde... immer weiter... bis daraus ein weltbekannter Likör wurde.
Wie viel an der Geschichte wahr ist, lässt sich heute nicht mehr sagen. Eines steht jedoch fest: Disaronno wird bis heute nach der originalen Rezeptur hergestellt, und die markante eckige Flasche ist zum Symbol italienischer Lebensart geworden.
Amaretto passt zu vielen Gelegenheiten, und jede davon bringt ihn etwas anders zur Geltung.
Pur, auf Eis – die einfachste Art, seinen Geschmack zu entdecken. Geben Sie ein paar Eiswürfel in ein niedriges Glas und lassen Sie den Amaretto für sich sprechen. So kommt der Geschmack schön zur Geltung.
Mit Kaffee – eine Kombination, die beim ersten Kosten überzeugt. Geben Sie Amaretto statt Zucker in einen Espresso oder Cappuccino. Das nennt sich Caffè corretto, und die Italiener würden es Ihnen danken.
Amaretto Sour – einer der beliebtesten Cocktails überhaupt. Geben Sie 50 ml Amaretto, 25 ml frisch gepressten Zitronensaft, einen Teelöffel Zuckersirup und nach Belieben frisches Eiweiß für eine seidige Textur in einen Shaker. Mit Eis kräftig schütteln, abseihen und mit einer Maraschino-Kirsche garnieren. Das Ergebnis spricht für sich.
Godfather – für alle Whisky-Liebhaber. Mischen Sie schottischen Whisky und Amaretto im Verhältnis 2:1, fügen Sie Eis hinzu und rühren Sie kurz um. Die Kombination aus rauchigem Whisky und der Süße des Amarettos ist überraschend harmonisch.
Wer unseren Artikel über Alkohol in Rezepten gelesen hat, weiß: Amaretto gehört zu den beliebtesten Küchenzutaten überhaupt. Zu Recht. Sein Mandelaroma verfeinert Tiramisu, Schokoladenbrownies oder Cremefüllungen für Torten auf elegante Weise – ein paar Esslöffel genügen, und das Dessert bekommt eine ganz neue Dimension. Probieren Sie ihn auch als Glasur für gebackene Birnen oder als Zutat in selbst gemachtem Eis.
Die goldene Regel gilt hier wie überall beim Kochen mit Alkohol: Verwenden Sie nur einen Amaretto, den Sie auch gerne trinken würden. Qualität macht sich im Gericht bemerkbar.
Amaretto ist einer jener Liköre, die in keiner Hausbar fehlen sollten. Er überzeugt pur im Glas, als Cocktailzutat und als Küchenzutat gleichermaßen. Sie brauchen dafür weder besondere Gläser noch einen Barkurs – nur ein bisschen Lust aufs Ausprobieren.
Und wenn Sie am 19. April den National Amaretto Day feiern, haben Sie endlich den perfekten Anlass, eine Flasche zu öffnen und anzustoßen. Wie trinken Sie ihn am liebsten?